EINBRUCH-WIDERSTANDSKLASSEN VON BAUELEMENTEN

Die Kriminalstatistik belegt, dass in Wien zwischen 30-50 Einbrüche pro Tag in ein Haus oder eine Wohnung oder Gewerbebetrieb/ Büro erfolgt. Vornehmlich geschehen diese Einbrüche um die Mittagszeit, am späten Nachmittag und am frühen Abend. Um Einbrechern das Handwerk zu erschweren, kann jeder ohne finanziellen Aufwand vorsorgen.
Hierzu gehört beispielsweise, den Nachbarn zu unterrichten, wenn man für längere Zeit abwesend ist und gleichzeitig Vorkehrungen zu treffen, die den Anschein erwecken, die Wohnung oder das Haus sind bewohnt.
Auch die regelmäßige Briefkastenleerung, die Aktivierung der Zeitschaltuhr für die Beleuchtung einzelner Räume, Abschaltung des automatischen Anrufbeantworters (bei Nichtabschaltung jedoch keinesfalls Hinweise auf einen genommenen Urlaub geben), unregelmäßige Rollladenbetätigungen sowie das regelmäßige Rasenmähen gehören zu den Vorkehrungsmaßnahmen.

Weiterhin ist an die verdeckt anzubringenden Koffer-Namensschilder, die vor neugierigen Blicken schützen sollen, ist denken. Diese Einbruch-Vorsichtsmaßnahmen sollten noch ergänzt werden durch den Einbau von Einbruch erschwerenden Alarmanlagen, Schlössern, Kellerschacht- und Rollladensicherungen, Türen (auch Garagentore) und Fenster. Über die bestehenden Schutzgrade soll die folgende Tabelle informieren. Im übrigen bieten Polizeibehörden oft auf das Wohngebiet abgestimmte Informationen an. Hiervon sollte unbedingt Gebrauch gemacht werden.
Die Schutz bietenden Bauelemente, wie Türen, Fenster oder Rollläden werden auf europäischer Ebene in 6 Widerstandsklassen eingeteilt. Für den Einsatz in privaten Wohnobjekten ist ein Schutz nach den Vorgaben der Widerstandsklasse WK 1 bis WK 3 vollkommen ausreichend.

WK 1
Grundschutz gegen Aufbruchversuche mit körperlicher Gewalt wie Gegentreten, Gegenspringen, Schulterwurf, Herausreißen oder vorwiegend Vandalismus. Geringer Schutz gegen den Einsatz von Hebelwerkzeugen

WK 2
Der Gelegenheitstäter versucht, zusätzlich mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendreher, Zange und Keil, das verschlossene und verriegelte Bauteil aufzubrechen.
Widerstandszeit: mindestens 3 Minuten.

WK 3
Der Täter versucht zusätzlich mit einem zweiten Schraubendreher und einem mittleren Stemmeisen oder Kuhfuß das verschlossene und verriegelte Bauteil aufzubrechen.
Widerstandszeit: mindestens 5 Minuten.

WK 4
Der erfahrene Täter setzt zusätzlich Sägewerkzeuge und Schlagwerkzeuge wie Schlagaxt, Stemmeisen, Hammer und Meißel sowie eine Akku-Bohrmaschine ein.
Widerstandszeit: mindestens 10 Minuten.

WK 5
Der erfahrene Täter setzt zusätzlich Elektrowerkzeuge, wie Bohrmaschine, Stich- oder Säbelsäge oder Winkelschleifer ein.
Widerstandszeit: mindestens 15 Minuten.

WK 6
Der erfahrene Täter setzt zusätzlich leistungsfähigere Elektrowerkzeuge, wie Bohrmaschine, Stich- oder Säbelsäge oder Winkelschleifer ein.
Widerstandszeit: mindestens 20 Minuten.